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Neue Broschüre der WHO zur Patientenschulung

Therapeutische Patientenschulungen - Ein einführender Leitfaden

Webinar I - „Fallvorstellung: Psyche und AID“

22.02.2024; 18:00 - 19:30 Uhr

Die Entwicklungen in der Diabetestechnologie mit Insulinpumpen, kontinuierlichen Glukosemessungen und zunehmend den Systemen zur automatisierten Insulindosierung (AID) erleichtern einerseits das Diabetesmanagement, andererseits ergeben sich neue Herausforderungen. Die Art und Weise wie die Umstellung der Therapie sich auf psychisch belastete Menschen mit Diabetes auswirkt, ist besonders von Interesse. Was gilt es zu berücksichtigen, wenn Psyche und AID zusammenkommen? Anhand von Fallvorstellungen soll beleuchtet werden, wie sich das Erleben der Therapie mit einem AID-System verändert und welche psychischen Effekte sich ergeben.
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Referentin: Dr. Marion Hagemann-Goebel 

Das Webinar ist mit 3 Fortbildungspunkten der Psychotherapeutenkammer bewertet.
Für den Erhalt eines Zertifikates im Chatverlauf den Vor- und Zunamen eintragen, zusätzlich nach dem Webinar eine E-Mail an kalwach@fidam.de und Namen und Adresse mitteilen.

Nicht nur wünschenswert, sondern notwendig

Autor: Redaktion diabetes zeitung

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Eben kein nettes Extra, sondern sehr wichtig: psychologische Betreuung. © Brad Pict – stock.adobe.com
Die psychologische Therapie von Menschen mit Diabetes ist unterfinanziert und wird meist nur als optionales „Add-on“ verstanden. Um die Situation zu verbessern, hat die DDG das neue Zertifizierungsmodul „Diabetes und Psyche“ eingeführt. 

Das Modul richtet sich an ambulante und stationäre Diabeteseinrichtungen, die eine besondere Expertise in der Behandlung von mit Diabetes assoziierten psychischen Problemen oder diabetes-bezogenen Belastungen nachweisen können. Das Angebot soll die Transparenz für Patient*innen und Zuweiser*innen erhöhen und die Qualität der Diabetestherapie in allen Sektoren steigern. 

Jeder dritte Mensch mit Diabetes weist erhöhte diabetesbezogene Belastungen und jeder achte eine komorbide Depression auf. Aber auch Angst- und Essstörungen sowie Abhängigkeitserkrankungen und Motivationsprobleme sind bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes weit verbreitet. „Werden diese nicht frühzeitig fachgerecht identifiziert und behandelt, kann es zu einer Chronifizierung und schlimmstenfalls lange andauernder Arbeitsunfähigkeit führen. Das hat neben dem persönlichen Leid auch hohe Kosten für das Gesundheitssystem zur Folge“, so Professor Dr. Bernhard Kulzer. Er ist Mitglied des Ausschusses Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung (QSW) der DDG und Vorsitzender der AG Diabetes und Psychologie der DDG. Frühzeitige Unterstützung, Intervention und Beratung können Menschen mit Diabetes helfen.

Zertifikat macht Expertise der Einrichtung für alle sichtbar

Um die Versorgung zu verbessern, hat der Ausschuss QSW in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Psychologie das neue Zertifizierungsmodul „Diabetes & Psyche“ initiiert. „Das Zertifikat soll sowohl Menschen mit Diabetes als auch Behandler*innen transparent machen, welche Einrichtungen eine besondere Expertise in der psychologischen Behandlung bei Diabetes aufweisen, sodass sie sich gezielt an sie wenden können“, führt Prof. Kulzer aus.

Das Zertifikat können ambulante sowie stationäre Behandlungseinrichtungen im Rahmen der Anerkennungsverfahren „Diabetes Exzellenzzentrum DDG“ und „Diabeteszentrum DDG“ optional erwerben. Voraussetzung für den Erwerb ist, dass in der jeweiligen Einrichtung nachgewiesenermaßen ausreichend Hintergrundwissen über die besonderen Herausforderungen und Probleme von Menschen mit Diabetes vorliegen. Die Einrichtungen müssen dabei eine definierte Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität bei der Therapie von Menschen mit diabetesbezogenen psychischen Belastungen nachweisen. Zertifizierte Einrichtungen müssen ihre Ergebnisqualität nach einem Zeitraum von sechs Monaten offenlegen. Durch gezielte Hospitationen und Kooperationen soll eine verstärkte Vernetzung der zertifizierten Einrichtungen erfolgen, was die Qualität der Einrichtungen verbessern soll.

„Diese Maßnahme ist ein wichtiger Schritt, die bisher noch suboptimale psychologische Betreuung von Menschen mit Diabetes zu verbessern“, erklärt Professor Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Karin Lange, ehemalige Leiterin der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie an der MH Hannover. „Das Zusatzmodul soll außerdem zeigen, dass psychologische Versorgungsangebote nicht nur ein ‚Nice to have’ bei psychiatrischen Diagnosen sind, sondern – wie in Leitlinien und DMP gefordert – ein integraler Bestandteil der Diabetesbehandlung in allen Sektoren sein sollten.

Quelle: Medical Tribune 18.12.2023, Diabetes Letter 10.01.2024

Resolution zur Abbildung von psychosozialen, psychotherapeutischen Leistungen im Krankenhausreformgesetz

„Diabetes und Psychologie“ ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychosoziale Versorgung im Akutkrankenhaus (BAG-PVA), die sich dafür einsetzt, dass psychosoziale und psychotherapeutische Tätigkeiten im Krankenhaus im Leistungskatalog adäquat abgebildet werden. In einer aktuellen Resolution der BAG-PAV nimmt diese zu der geplanten Reform der stationären Behandlung (Krankenhausreformgesetz) und das am 10. Juli 2023 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlichte Eckpunktepapier zum Krankenhausreformgesetz Stellung. „Diabetes und Psychologie“ unterstützt diese Stellungnahme und dankt unserem Mitglied Klaus-Martin Rölver für sein jahrelanges Engagement als Vertreter von „Diabetes und Psychologie“ in der BAG-PVA.

Hier können Sie die Stellungnahme im Wortlaut lesen:

Resolution der Bundesarbeitsgemeinschaft PsychosozialeVersorgung im Akutkrankenhaus (BAG-PVA)

Für die Abbildung der psychosozialen, neuropsychologischen, psychotherapeutischen und künstlerischen Therapien in den Vorhaltebudgets und Leistungsgruppen nach dem Krankenhausreformgesetz

Wir setzen uns dafür ein, dass die notwendigen Ökonomisierungsprozesse im Gesundheitswesen nicht zu Lasten einer notwendigen und effektiven psychosozialen Unterstützung für Patient*innen erfolgen darf und sich die medizinische Versorgung an den individuellen Patient*innenbedürfnissen zu orientieren hat. 

Die immer komplexer werdende, hochtechnisierte und -strukturierte medizinische Versorgung in unseren Krankenhäusern ist für immer mehr und schwerst erkrankte Menschen ohne eine umfassende psychosoziale Begleitung und Behandlung nicht mehr zeitgemäß.

Daher fordern wir mit unserer Reaktion auf das am 10. Juli 2023 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlichte Eckpunktepapier zum Krankenhausreformgesetz die Abbildung und Integration der OPS-Codierungen der psychosozialen, neuropsychologischen, psychotherapeutischen und künstlerischen Therapien in den Leistungsgruppen sowie deren Vorhaltung in den aufgrund von Schließungen oder Fusionen aufnehmenden Standorten im erforderlichen Umfang.

Für jedes Akutrankenhaus müssen seinen Leistungsbereichen entsprechend nicht nur spezifisch qualifizierte Fachkräfte wie psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen, Künstlerische Therapeut*innen, Psycholog*innen, Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen / Sozialpädog*innen zur Verfügung stehen. Sondern es braucht besonders auch die Verankerung von Fachpsycholog*innen (z. B. Neuropsycholog*innen, Palliative Care, Psychodiabetolog*:innen, Psychoonkolog*innen, Intensiv- und Notfallpsycholog*:innen), die gemäß den Anforderungen nationaler und internationaler Leitlinien eine frühzeitig einsetzende Behandlung, Unterstützung und Beratung anbieten. Diese Stellen müssen langfristig angelegt, fest integriert und sicher finanziert sein. 

Schwere und chronische körperliche Erkrankungen sind regelhaft mit hohen psychischen Belastungen verbunden. Werden diese nicht frühzeitig fachgerecht identifiziert, können diese z. B. durch vermeidbare Folgeerkrankungen, Chronifizierungen oder lange andauernde Arbeitsunfähigkeit zu hohen Folgekosten für das Gesundheitssystem führen. Frühzeitige Unterstützung, Intervention und Beratung fördert den Genesungsprozess und befähigt die betreffenden Patient*innen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. 

September 2023

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Lebensqualität trotz und mit Diabetes

Tagung der AG Diabetes und Psychologie, DDG
"Diabetes und Psychologie e.V."

29.09.- 01.10.2023 (Online, Zoom)

Die Tagung ist für Mitglieder und Interessierte kostenlos.

Freitag, 29.09.2023 16.00 – 18.00 Mitgliederversammlung (nur für Mitglieder)
Vorsitz: Dr. Marion Hagemann-Goebel (Hamburg)

18.30 – 20.00  Existenzielle Perspektiven in Psychotherapie und Beratung
Prof. Dr. Alexander Noyon, Mannheim

Samstag, 30.09.2023

Lebensqualität: Konzepte und aktuelle Ergebnisse
Vorsitz: Prof. Dr. Bernhard Kulzer (Bad Mergentheim)

09.00 - 10.00 Lebensqualität - gesundheitspsychologisch betrachtet
Prof. Dr. Sonia Lippke, Bremen

10.00 - 11.00 Lebensqualität in den verschiedenen Phasen des Lebens
Prof. Dr. Silke Schmidt-Schuchert, Greifswald

11.00 - 11.30 Pause 

Lebensqualität: Diabetes und Adipositas
Vorsitz: Dr. Ulrike Löw (Aschaffenburg)

11.30 - 12.00 Lebensqualität und Diabetes
Prof. Dr. Bernhard Kulzer, Bad Mergentheim

12.00 - 12.30 Lebensqualität bei Eltern und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes
Dr. Berthold Maier, Bad Mergentheim

12.30 – 13.00 Lebensqualität bei Adipositas
Dr. Clarissa Schulze zur Wiesch, Hamburg

13.00 – 14.00 Mittagspause

Lebensqualität: Klinische Praxis
Vorsitz:Prof. Dr. Norbert Hermanns (Bad Mergentheim)

14.00 – 14.30 Lebensqualität aus der Perspektive von Menschen mit Diabetes
Huda El Haj Said, #dedocs, Hannover

14.30 – 15.00 Messung der Lebensqualität im klinischen Alltag
Prof. Dr. Matthias Rose, Berlin

15.00 – 15.30 Psychologische Konzepte zur Steigerung der Lebensqualität bei Diabetes
Adrian David Grimshaw, Bad Oeynhausen

15.30 – 16.00 Abschlussdiskussion

Sonntag, 01.10.2023

Workshops

09.00 – 10.00 Praktische Tipps für die Steigerung der Lebensqualität bei der Schulung und Beratung von Eltern, Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes
Dr. Berthold Maier, Bad Mergentheim

10.00 – 11.00 Praktische Tipps für die Steigerung der Lebensqualität bei der Schulung und Beratung von Menschen mit Diabetes
Prof. Dr. Bernhard Kulzer, Bad Mergentheim

11.00 – 12.00 Aktuelles zu der Reform der Weiterbildungsordnung für Psychotherapeuten
Dr. Andrea Benecke, Mainz

Zusatzmodul "Diabetes & Psyche"

Diabetes & Psyche DDG
Zum 1. Juli 2023 hat der Ausschuss Qualität, Schulung und Weiterbildung (QSW) der DDG die Zusatzmodule „Diabetes & Psyche“ und „Diabetes & Schwangerschaft“ auf den Weg gebracht. Diese können im Rahmen der Anerkennungsverfahren zum „Diabetes Exzellenzzentrum DDG“ und „Diabeteszentrum DDG“ optional erworben werden. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren Sichtbarkeit von psychodiabetologischen Angeboten und auch ein bedeutsamer Schritt hin zu einer besseren Versorgung. Die Kriterien zum Erwerb des Zusatzmoduls und die entsprechenden Items zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität finden Sie hier:

Praxisbuch Psychodiabetologie

Von unseren Mitgliedern Rainer Paust, Renate Rita Krämer-Paust, Uwe Schönrade und Bianca Thoma ist ganz aktuell das Buch „Praxisbuch Psychodiabetologie. Psychosoziale Aspekte der Diabetes-Behandlung“ im Deutschen Ärzteverlag (2023, 267 Seiten + XVIII Vorspann, 28 Abbildungen und 38 Tabellen) als gedrucktes Buch und e-Book erschienen.

Nähere Infos unter: https://shop.aerzteverlag.de/buecher-emedien/3904-praxisbuch-psychodiabetologie-9783769137651.html?search_query=paust&results=1.

Die Autoren schreiben: „Für eine personenzentrierte Beratung hilft es Ihnen, individuelle psychosoziale Faktoren und daraus resultierende Behandlungsbarrieren zu erkennen, um daraus entsprechende therapierelevante Ableitungen zu treffen. Neben theoretischen Bausteinen stehen in diesem Werk praktische Anwendungsbeispiele mit Gesprächs- und Fragetechniken im Fokus. Zahlreiche Fallbeispiele aus der Praxis verdeutlichen Ihnen, wie eine personenzentrierte Beratung unter Alltagsbedingungen angewendet werden kann“.

Unser Fazit: Sehr empfehlenswert!

Hohe Auszeichnungen für Prof. Dr. Karin Lange (Hannover)

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung der AG Diabetes und Psychologie des Vereins Diabetes und Psychologie wurde Frau Dr. Karin Lange als 1. Ehrenmitglied ausgezeichnet.

Dr. Karin Lange – Verleihung der Ehrenmi
Verleihung der Ehrenmitgliedschaft
Dr. Karin Lange – Verleihung der DDG-Ehr
Verleihung der DDG-Ehrennadel in Gold

Frau Prof. Lange war Gründungsmitglied des Vereins und engagierte sich jahrzehntelang im Vorstand des Vereins und als Verantwortliche für die Weiterbildung zum Fachpsychologen Diabetes bzw. die spezielle Psychotherapie Diabetes. Auf der Tagung der DDG 2023 in Berlin wurde ihr zudem als erste Frau die DDG-Ehrennadel verliehen. Damit werden Mitglieder der Deutschen Diabetes Gesellschaft geehrt, die sich im besonderen Maße für die deutsche und internationale Diabetologie engagiert haben. In einer kurzen Rede würdigte Prof. Kulzer als Laudator bei der Verleihung des Preises das wissenschaftliche Wirken von Frau Prof. Lange und ihre Verdienste für die deutsche Diabetologie im Allgemeinen, aber besonders auch ihr Engagement für die Psychodiabetologie. Neben der Urkunde der DDG durfte er auch das Präsent des Vereins, ein Unikat übereichen. Vielen Dank Karin für dein herausragendes Engagement!

Dr. Andrea Benecke zur Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer gewählt

Vorstand Bundespsychotherapeutenkammer
Das neu gewählte Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer:
Von links nach rechts: Cornelia Metge, Nikolaus Melcop, Andrea Benecke, Sabine Maur und Wolfgang Schreck /BPtK, Raman El Atiaoui

Auf dem 42. Deutsche Psychotherapeutentag wurde mit Dr. Andrea Benecke erstmals in der 20-jährigen Geschichte der Kammer eine Frau als Präsidentin gewählt. Die Bundespsychotherapeutenkammer vertritt die Interessen der ca. 59.000 niedergelassenen und angestellten Psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichen­psychotherapeutinnen und -therapeuten in Deutschland. Frau Benecke ist seit langem engagiertes Mitglied im Verein Diabetes und Psychologie und hat unter anderem in Mainz die Spezialambulanz Psychodiabetologie aufgebaut. Wir gratulieren Frau Benecke ganz herzlich zu ihrer Wahl und freuen uns mit ihr. Du machst das sicher sehr gut, Andrea!



Nachruf auf Dr. Axel Hirsch

Hirsch

Im Alter von 79 Jahren ist Dr. Axel Hirsch (13.11.1942 – 21.11.2021), ein Pionier moderner Therapie- und Schulungskonzepte und Fürsprecher für die Rechte von Menschen mit Diabetes gestorben. Während seiner Zeit als Assistent am psychologischen Lehrstuhl in Hamburg ist Axel Hirsch an Typ-1-Diabetes erkrankt. Dies weckte in ihm die Neugier, mehr über psychologische Konzepte des Diabetes zu erfahren und auf diesem Gebiet zu forschen. Auf seine Initiative hin ist es maßgeblich zurückzuführen, dass sich 1985 erstmals eine kleine Gruppe von Psychologen traf, um sich über psychologische Konzepte des Diabetes auszutauschen, woraus 1986 der "Arbeitskreis Diabetes und Psychologie" entstand. 1990 wurde dieser dann in den gemeinnützigen Verein „Diabetes und Psychologie e.V.“ umgewandelt, seit 1992 auch als offizielle Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Axel Hirsch war die treibende Kraft hinter dieser Initiative und bis 1989 1. Vorsitzender. Auch auf europäischer Ebene suchte er den Austausch mit Kollegen und war ebenfalls 1998 Gründungs- und Vorstandsmitglied der Studiengruppe PSAD – (Psychosocial Aspects of Diabetes Study Group) der europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD). Als klinischer Psychologe am Krankenhaus Bethanien (Hamburg) war Axel Hirsch einer der ersten Psychologen, der kontinuierlich im Diabetes-Team arbeitete.

Mit Axel Hirsch ist vor allem der Begriff „Empowerment“ verbunden – dem Anliegen, dass Menschen mit Diabetes ihr Leben und auch ihre Diabetestherapie selbstständig nach eigenen Zielen, Werten und Überzeugungen gestalten. Gemeint ist damit, dass nicht Ärzte oder andere Experten über die Therapie entscheiden, sondern Menschen mit Diabetes diese selbst für sich bestimmen. Was mittlerweile Standard und auch in den aktuellen Leitlinien, dem Patientenrechtegesetz so zu finden ist, war zu der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Um Patienten zu stärken, schrieb er eines der ersten Patientenbücher zum Typ-1-Diabetes, welches auch heute noch als Neuauflage verfügbar ist, sein Buch mit dem programmatischen Titel „Diabetes ist meine Sache“ ist ebenfalls noch beim Kirchheim-Verlag erhältlich. Als Autor schrieb er regemäßig über psychologische Themen des Diabetes, veröffentlichte zahlreiche Publikationen und war ein gefragter Redner auf Kongressen und in der Fort- und Weitebildung. Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner Frau nach Spanien, von wo er aus viele Reisen machte und sich leidenschaftlich der Botanik widmete.   

Ohne Zweifel kann Axel Hirsch als ein Visionär bezeichnet werden, der mit seiner fortschrittlichen und kritischen Denkweise viele Impulse in der Diabetologie gesetzt hat, die noch heute spür- und greifbarbar sind. Danke Axel, was du für Menschen mit Diabetes und unseren Verein „Diabetes und Psychologie“ geleistet hast, danke für viele prägende Erlebnisse mit dir.

Prof. Dr. Bernhard Kulzer
(Bad Mergentheim)

Neues Konsenspapier der Amerikanische Diabetes Association (ADA) und der Europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) zum Typ-1-Diabetes

Psychosoziale Belastungen rücken stärker in den Mittelpunkt

Besonderes Augenmerk legt der aktuelle Report diesmal auf den Umgang mit psychosozialen Belastungen im Zusammenhang mit Typ-1-Diabetes. So wird in dem Report berichtet, dass ca. 20–40% aller Menschen mit Typ-1-Diabetes erhöhten diabetesassoziierten emotionalen Stress aufweisen, der sich negativ auf Krankheitsbewältigung und Selbstmanagement auswirkt. Zudem treten Depressionen häufiger als in der allgemeinen Bevölkerung auf – ca. 15% der Menschen mit Typ-1-Diabetes sind davon betroffen.

Auch die Bedeutung der strukturierten Diabetesschulungen wird hervorgehoben, in denen Menschen mit Diabetes einerseits das erforderliche grundlegende Wissen und therapierelevante Fertigkeiten erwerben können, aber auch den Umgang mit psychosozialen Belastungen erlernen.

Psychische Probleme sind neben Faktoren wie niedrigem sozioökonomischem Status, hohen HbA1c-Werten, mangelnden Fähigkeiten zum Selbstmanagement, somatischen Begleiterkrankungen, Infektionen, Alkohol- und Drogenmissbrauch auch Risikofaktoren für das Auftreten von Akutkomplikationen wie diabetische Ketoazidosen und Hypoglykämien.

Holt, R.I.G., DeVries, J.H., Hess-Fischl, A. et al. The management of type 1 diabetes in adults. A consensus report by the American Diabetes Association (ADA) and the European Association for the Study of Diabetes (EASD). Diabetologia 64, 2609–2652 (2021). https://doi.org/10.1007/s00125-021-05568-3
Logo_DDGHerbsttagung2021

Pressemitteilung

Depressionen, Angst, Essstörungen: DDG und DAG warnen vor unzureichender psychischer Versorgung von Menschen mit Diabetes und Übergewicht

Wie gut Menschen mit Diabetes oder Adipositas mit ihrer Erkrankung leben können, hängt nicht zuletzt davon ab, wie zuverlässig sie die notwendige Selbstbehandlung – vom Blutzuckermessen über Bewegung bis hin zu einer angepassten Ernährung – meistern. Denn psychische Erkrankungen wie Depressionen und Ess- oder Angststörungen behindern die Selbstmanagementfähigkeiten immens. Dennoch fehlt es derzeit an ausreichend ausgebildeten Psychotherapeutinnen und -therapeuten, ambulanten Beratungsstellen und niederschwelliger Unterstützung. Wie die psychosoziale Versorgung Betroffener verbessert werden kann, erläutern Expertinnen und Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) bei einer Pressekonferenz am 5. November 2021, die anlässlich der Diabetes Herbsttagung in Wiesbaden sowie online stattfindet.

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Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes

Bio-psycho-soziales_Krankheitsmodell
(NVL Typ-2-Diabetes, Teilpublikation der Langfassung – 2. Auflage, Version 1, 2021, S. 20)

Mitglieder des Vereins haben aktiv an der „Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes“ mitgearbeitet. Die ersten beiden Kapitel (Medikamentöse Therapie des Glukosestoffwechsels und Partizipative Entscheidungsfindung) sind hier veröffentlicht. In dem ersten Kapitel „Partizipative Entscheidungsfindung“ wird auf die Notwendigkeit des Einbezugs des Patienten in alle Entscheidungsprozesse und die Anwendung eines biopsychosozialen Krankheitsmodells verwiesen.



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Spezielle Psychotherapie Diabetes jetzt auch in Baden-Württemberg

Am 20.10.2018 hat die Vertreterversammlung der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg, mehrheitlich beschlossen, die Weiterbildungsordnung um die „Spezielle Psychotherapie Diabetes“ zu ergänzen.

Damit ist die Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg nach Rheinland-Pfalz und Bayern die 3. Kammer, die die Empfehlungen der Bundespsychotherapeutenkammer nach einer speziellen Weiterbildung auf Länderebene umsetzt.

„Common Toolbox“

Eine Auswahl von diabetesrelevanten psychometrischen Fragebögen für die Forschung und Praxis.

Zur Wissenschaftlichen Tagung der Arbeitsgruppe "Mental Aspects of Diabetes" des Kompetenznetzes Diabetes am 25. September 2015.

Thema: "Psychische Aspekte des Diabetes: Harmonisierung psychometrischer Messinstrumente
NEU Mai 2015- Finanzierung und Abrechnungsmodalitäten psychosozialer Leistungen im Akutkrankenhaus
weiter 

Neu – Kodierleitfaden 2015

„Diabetes und Psychologie e.V.“ ist seit Jahren Mitglied der „Bundesarbeitsgemeinschaft psychosoziale Versorgung im Akutkrankenhaus“, die sich für eine angemessene Honorierung psychologischer/psychotherapeutischer Leistungen im Akutkrankenhaus einsetzt. Als eine Maßnahme wird seitens der BAG-PVA die Verbesserung der Kodierung psychosozialer Interventionen im OPS (Operationen- und Prozeduren-Schlüssel) angestrebt.

 

Anbei finden Sie hier den aktualisierten Kodierleitfaden 2015, der dazu beitragen soll, dass psychosoziale Interventionen im Bereich Diabetes und anderen Erkrankungen möglichst umfassend und richtig kodiert werden.

Erweiterung des Curriculums Fachpsychologe vom Vorstand der DDG (Vorstandssitzung vom 20.11.2014) genehmigt

Im Rahmen der Ausbildung zum Fachpsychologen/in Diabetes DDG und zum Psychodiabetologen/in wird ab 2105 ein zusätzliches Seminar „Verhaltensmedizinische Grundlagen des Diabetes bei Kinder und Jugendlichen“  angeboten.  Das neu entwickelte Seminarangebot richtet sich an Psychologen/innen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie andere in der Beratung Kindern mit Diabetes tätige Teammitglieder. Die Teilnehmer/innen erhalten zunächst komprimierte Informationen über den aktuellen Stand der pädiatrischen Diabetologie und über die psychosoziale Situation betroffener Familie. Daran anschließend erarbeiten sie Beratungsangebote und Interventionen, die sie als Mitglieder eines multiprofessionellen pädiatrischen Diabetesteams in die Lage versetzen, diese in der Patienten-schulung, psychosozialen Beratung und ggf. auch psychotherapeutisch einzusetzen. 

Im Seminar werden:
  1. die Grundlagen einer modernen Diabetestherapie mit einer Insulinpumpe und CGM bei Kindern und Jugendlichen theoretisch und praktisch vermittelt;
  2. altersgemäße Therapieziele entsprechend der aktuellen evidenzbasierten Leitlinien erarbeitet;
  3. aktuelle entwicklungspsychologische Grundlagen bezogen auf den Diabetes reflektiert:
  4. diabetesspezifische psychosoziale Belastungen und Ängste von Eltern und Kindern in verschiedenen Lebens- und Diabetesphasen am Beispiel von Kasuistiken dargestellt und Hilfsangebote erarbeitet;
  5. die gesetzlichen Grundlagen für psychosoziale Hilfen dargestellt;
  6. Konzepte für psychosoziale Beratungen im Kontext der Diabetesschulungen stationär und ambulant sowie während der ambulanten Langzeitbetreuung dargestellt und einzelne Sequenzen praktisch trainiert;
  7. die Prävalenz und Ausprägung von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes sowie ihren Eltern vorgestellt;
  8. diabetesspezifische psychotherapeutische Konzepte, z. B. bei Hypoglykämieangst, Non-Adhärenz oder Depression / Resignation bei Jugendlichen, Essstörungen mit Insulinpurging, dargestellt und praktisch erarbeitet.
  9. kinder- und jugendspezifische psychologische Messinstrumente und Fragebogen vorgestellt;
  10. Möglichkeiten der Kooperation und Delegation (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Rehabilitation, Jugendamt) aufgezeigt.
Für Kolleginnen und Kollegen, die ausschließlich in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes tätig sind, ersetzt dieses Seminar das Seminar „Verhaltensmedizinische Grundlagen des Diabetes 2“, in dem der Typ-2-Diabetes im Erwachsenenalter bearbeitet wird. Lesen Sie hier den vollständigen Text (Hintergrund, Literatur)

„Neue S2-Leitlinie Psychosoziales und Diabetes"

Leitlinien_pressekonferenz_2013
Dr. Erhard Siegel, Präsident der
Deutschen Diabetes Gesellschaft (l.)
und PD Dr. Bernhard Kulzer (r.)
Diabetes Zentrum Mergentheim
auf der Pressekonferenz in Berlin.

Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft am 18. Juni 2013

Um die Behandlung von Diabetespatienten zu verbessern, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) unter Federführung von Dr. Bernhard Kulzer vom Diabetes Zentrum Mergentheim in Berlin im Haus der Bundespressekonferenz die weltweit erste Leitlinie zum Thema „Psychosoziales und Diabetes“ vorgestellt.

 

Auf großes Medienecho stieß die Vorstellung der Leitlinie, an der sieben führende Experten aus der Diabetologie, Psychosomatik, Psychologie und Psychiatrie fachübergreifend zusammengearbeitet haben.


Langfassung: