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Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie, DDG
„Diabetes und Psychologie e.V.“
 

Gegenseitige Achtung, Respekt

Oft sind die Lebensbereiche und auch Lebensentwürfe von Partnern ungleich oder gänzlich verschieden. Auch unterscheiden sich Männer und Frauen oft stark darin, was sie als wichtig im Leben erachten und wie sie mit bestimmten Lebensaufgaben umgehen. In guten Partnerschaften wird dies eher als eine Bereicherung angesehen, während dies in schlechteren Partnerschaften zu großen Konflikten führen kann.

 

Ein Beispiel dafür ist, wie Eltern eines Kindes mit Diabetes nach der Erkrankung sich die Betreuung des Kindes aufteilen. Aus Untersuchungen weiß man, dass hierbei Mütter eher einen größeren Teil der Verantwortung übernehmen und in einem höheren Ausmaß auf die Verwirklichung eigener Bedürfnisse (z.B. Berufstätigkeit) verzichten. Entscheidend dabei, ob diese Rollenverteilung von beiden Partnern akzeptiert wird, ist sicher neben der Frage, wie es zu dieser Entscheidung kam, in wie weit die Partner einen gegenseitigen Respekt vor der Leistung des anderen Partners aufbringen.


 

Wissen, dass jeder für sich wertvoll ist

Eine Beziehung ist nur so gut, wie jeder der beiden Partner auf eigenen Füßen steht und den eigenen Kopf benutzt. Gute Partnerschaften zeichnen sich meist auch dadurch aus, dass jeder der Partner nicht nur völlig in der Partnerschaft aufgeht, sich stark auf den Anderen bezieht und dabei eigene Interessen und Bedürfnisse zurückstellt.

 

Für den Diabetes bedeutet dies, dass Partner akzeptieren müssen, dass der Ehepartner, Freund erst einmal für den Umgang mit seinem Diabetes selbst verantwortlich ist. Gibt einer der Partner die Verantwortung für den Diabetes rundweg an den anderen ab oder managed dieser zu einem hohen Prozentsatz den Diabetes im Alltag, so kann dies zwar kurzfristig ein ganz erfolgreiches Konzept darstellen, langfristig ist dies jedoch nur selten eine gute Alternative für einen guten Umgang mit dem Diabetes.


 

Feste Absprachen aushandeln

Manchmal ist es einfacher, im Alltag für einige Lebensbereiche feste Regelungen oder Absprachen zu treffen. Dies vermindert den Stress, immer wieder aufs neue, bestimmte Dinge auszuhandeln oder Vereinbarungen zu erzielen.

 

Glückliche Paare zeichnen sich daher auch dadurch aus, dass wichtige Dinge klar geregelt sind: Wer macht den Abwasch, wer mäht den Rasen, wer bringt die Kinder in die Schule etc. Klare Regelungen haben den Vorteil, dass diese in der Regel in eher streßfreien Zeiten ausgehandelt werden, wo eine Einigung sowieso leichter fällt als im größten Streß.

 

Besonders für das Verhalten im Unterzucker ist es sehr sinnvoll, solche klaren Regelungen zu treffen, ansonsten ist Streß vorprogrammiert: Darüber, dass sich Diabetiker beschweren, sich von Angehörigen ständig kontrolliert zu fühlen, darüber dass sich Angehörige verletzt fühlen, wenn die Hilfsangebote brüsk zurückgewiesen werden, darüber, dass das Verhalten in der Unterzuckerung zu späteren gegenseitigen Vorwürfen führt und, und, und ... Verhandeln heisst auch, nicht nur die eigene Position durchzusetzen, sondern sich auch in die Bedürfnisse des Anderen hineinzuversetzen.


 

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