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Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie, DDG
„Diabetes und Psychologie e.V.“
 

Möglichkeiten der Selbsthilfe

Versuchen Sie, im Gespräch mit anderen herauszufinden, ob ihre Angst auch bei anderen in ähnlicher Form vorkommt oder ob sie deutlich stärker ist. Wenn Sie durch die Angst mehr eingeschränkt werden, als sie es eigentlich wollen, finden Sie vielleicht im Folgenden selbst Möglichkeiten, ihre Ängste zu verringern. 

  • "Leben ist immer lebensgefährlich." so lautet eine scherzhafte Redewendung. Sie will uns auch davor schützen, jede Gefahr beseitigen zu wollen. Ebenso wie wir alle irgendwann sterben werden, sind wir auch bei aller Vorsorge nicht gegen Krankheiten gefeit. Sorgen wir zuviel vor, kann die Vorsorge zur fixen Idee werden und das Leben stark einschränken. Die Vorsorge wird dann zu einem psychischen Problem. Ein guter Sinn für die Realität und ein aktives Leben, in dem man auch Risiken eingeht, sind der beste Schutz vor überstarken, lähmenden Ängsten.
  • Ängste werden auch dadurch verstärkt, dass man eine Gefahr überschätzt und die eigenen Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr nicht erlernt und nutzt. Beim Diabetes ist daher eine gute und ausführliche Diabetesschulung, in der solche Ängste und eigene Handlungsmöglichkeiten besprochen werden können, unverzichtbar. Dabei lernt man, dass man durch eine gute Behandlung und Selbsttherapie die Risiken für Folgeerkrankungen erheblich mindern, aber nicht völlig beseitigen kann. Da jeder Mensch in Risiken lebt, kann man lernen, dieses Restrisiko zu akzeptieren. Die meisten Betroffenen finden dazu persönliche Wege.
  • Gefühle verschwinden in der Regel nicht dadurch, dass man sie unterdrückt (z.B. ständige Ablenkung und Aktivität oder Vermeiden von ängstigenden Informationen). Mit der Angst zu leben bedeutet, die befürchteten Gefahren zu prüfen und ihnen angemessen vorzubeugen. Alle Gefahren in jedem Detail zu studieren, kann die Angst verstärken. Die verbleibende Angst sollte man lernen zu ertragen, sich an sie gewöhnen, auch mit anderen Menschen über sie zu sprechen. Keine Angst vor Folgeerkrankungen zu haben wäre kein Zeichen psychischer Gesundheit.
  • Liegen bereits Folgeerkrankungen vor und die Angst bezieht sich auf ihre Verschlimmerung, ist die Bewältigung schwieriger, weil man den Anlass der Angst ständig erlebt. Die seelische Bewältigung unterscheidet sich aber im Grundsatz nicht von der Angst vor dem Vorliegen von Folgeerkrankungen. Auch hier geht es darum, sich gut zu informieren, Handlungsmöglichkeiten der Selbsttherapie und weiteren Vorsorge zu finden, wobei das Gespräch mit dem Behandlungsteam und anderen Betroffenen zentral sind. Es ist wichtig, "sich nicht verrückt zu machen" und zu prüfen, welche Lebensmöglichkeiten auch mit einer Verschlimmerung noch verbleiben. Im Fall sehr schwerer Folgeerkrankungen ist der Kontakt zu anderen Menschen besonders wichtig, die durch Verständnis und Hilfe Ermutigung geben können.
  • Bemerken Sie, dass Sie trotz Ihrer Versuche zur Selbsthilfe auf der Stelle treten, sollten sie nicht zögern, Kontakt zu einem diabeteserfahrenen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzunehmen. Eventuell sind Sie durch Depressionen in Ihrer Fähigkeit zur Selbsthilfe behindert, wobei Sie hierfür ebenfalls therapeutische Hilfe bekommen können.

 

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