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Diabetes & Psychologie e.V.
Arbeitsgemeinschaft Psychologie
und Verhaltensmedizin in der DDG

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Bad Neuenahrer Erklärung 
zur Versorgung 
von an Diabetes erkrankten Migranten

Etwa sechs Millionen Menschen, die in Deutschland leben, sind an Diabetes mellitus erkrankt. Unter den acht Millionen Migranten in Deutschland gibt es bereits heute mindestens 600.000 Diabetiker. Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Diabeteshäufigkeit unter Migranten höher ist als unter der deutschen Ursprungsbevölkerung. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Wahrscheinlichkeit, zuckerkrank zu werden. Durch die Alterung der ersten Migrantengeneration wird sich deshalb die Zahl der ausländischen Diabetiker schon in den nächsten Jahren verdoppeln. Angesichts ihrer unzureichenden Versorgung rollt auf die Krankenkassen eine neue Kostenlawine zu. Hier tickt eine Zeitbombe.

Ohne eine optimale Behandlung dieser chronischen Krankheit erfahren die Betroffenen eine deutliche Verkürzung der Lebenserwartung und eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität. Die in Deutschland generell vorhandenen Defizite der Diabetikerversorgung betreffen in besonderer Weise die hier lebenden Migranten, wenn man Beobachtungen aus Frankreich, USA und Schweden als Vergleich nimmt.

Barrieren und Hemmnisse einer guten Diabetestherapie für Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland sind bisher wissenschaftlich kaum untersucht. Es ist aber anzunehmen, dass insbesondere sprachliche Verständigungsschwierigkeiten, unterschiedliche Essgewohnheiten sowie ein anderer kultureller und religiöser Hintergrund, ein traditionelles Verständnis von Krankenrolle und Therapiezielen oft eine angemessene Behandlung verhindern.

Schulung, Stoffwechsel-Selbstkontrolle und Selbstmanagement sind die zentralen Elemente der Diabetesbehandlung.

Eine erfolgreiche Schulung und Behandlung für Migranten setzen eine ausreichende sprachliche Kommunikation und Verständnis für die andere Mentalität, Tradition und Kultur der Patienten voraus. Herkömmliche Therapieangebote sind für sie meistens ineffektiv. Die Schulungen und die Lehr- und Lernmaterialien müssen fachlich und didaktisch auf hohem Niveau sein.

Die Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin in der Deutschen Diabetesgesellschaft (DDG) hat deshalb auf ihrer Jahrestagung am 30.09.2001 in Bad Neuenahr die folgenden Forderungen beschlossen:

Leitidee der Bad Neuenahrer Erklärung ist es, die Integration ausländischer Mitbürger und Zuwanderer in die Gesellschaft in Deutschland durch einen aktiven Beitrag von Gesundheitspolitik, Gesundheitsforschung und konkreter praktischer Therapie zu unterstützen. Längerfristig ist eine bessere Diabetikerversorgung bei Migranten nur durch eine schnellere und umfassende Integration zu erreichen. Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Ansprechpartner:

Dipl.-Psych. Dr. Bernhard Kulzer
(Sprecher der AG Psychologie und Verhaltensmedizin in der DDG)

Diabetes Zentrum Mergentheim
Theodor-Klotzbücher-Str. 12
97980 Bad Mergentheim

Tel. 07931 / 594-151
Fax 07931 / 594-89-151

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Dr. med. Peter Hübner / Dipl.-Psych. Elvira Schmidt
(Tagungsleiter)

Klinik Niederrhein der DRV Rheinland
Postfach 100763
53445 Bad Neuenahr

Tel. 02641/751-2105
Fax 02641/751-1962

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Für die Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin in der DDG

Norbert Hermanns
Elisabeth Holler
Peter Hübner
Bernhard Kulzer
Edzard Schmidt
Elvira Schmidt
Susan Woods-Büggeln

Unter Mitarbeit von:
Ludger Kersting
Werner Knisel
Eberhard Zillessen 


Links zum Thema:

Die Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen
6. Ausländerbericht Teil I
6. Ausländerbericht Teil II
6. Ausländerbericht Teil III
Migrationsbericht 2005 (PDF-Format; 5,3 MB)

Arbeitskreis Migration und Gesundheit

Infodienst Migration und öffentliche Gesundheit 
(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)
Arbeitskreis türkischsprachiger Psychotherapeuten
Deutsch-türkische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosoziale Gesundheit
Türkisch am Krankenbett (Kurse, Uni Essen)