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Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie, DDG
„Diabetes und Psychologie e.V.“
 

Familie und Partnerbeziehung sind besonders wichtig

Ergebnisse der Familienforschung und der Familientherapie belegen eindeutig, dass die Familie sowie eine enge Partnerbeziehung eine herausragende Rolle bei der sozialen Unterstützung spielen.

 

Zumeist ist dies der Ort, wo man am intensivsten Geborgenheit, Nähe und intensive Zuneigung erfahren kann. Dies ist gerade für die emotionale Bewältigung des Diabetes eine sehr förderliche Bedingung. Die familiäre Geborgenheit ist besonders für Männer wichtig, da sie in der Regel mehr Schwierigkeiten haben, Gefühle zu zeigen und daher außerfamiliär viel weniger emotionale Unterstützung erfahren.


 

Gute Unterstützung - gut gegen Stress

Aus der Stressforschung weiß man auch, dass gerade bei starken Belastungen und Krisen - wie beispielsweise beim Auftreten des Diabetes, bei schweren Unterzuckerungen oder dem Umgang mit Folgekomplikationen - eine gute Unterstützung durch andere eine Art "Puffer" gegenüber diesen Belastungen darstellt. Mit jemand anderen zu reden, Gefühle auszutauschen, Körperkontakt zu erleben oder einfach die Nähe des anderen zu spüren, kann dazu beitragen, dass der empfundene Stress oder die Belastung ein gewisses Ausmaß nicht übersteigt. Allerdings muß man sich schon bei Zeiten um eine gute Beziehung zu anderen kümmern, damit diese in schwierigen Situationen auch tragfähig genug ist.


 

Unterstützung kann gleichermaßen positiv wie negativ erlebt werden

Soziale Unterstützung durch andere ist jedoch ein zweischneidiges Schwert. Sie kann sowohl in dem Sinne als positiv erlebt werden, als dass sie eine Unterstützung für das Leben mit Diabetes darstellt. Auf der anderen Seite kann ein zuviel an Unterstützung oder eine falsche Form der Unterstützung auch negative Auswirkungen haben.

 

Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn durch Überfürsorglichkeit und Einmischung in die Privatsphäre des Einzelnen der eigenverantwortliche Umgang mit dem Diabetes behindert wird. Jugendliche mit Diabetes schildern dies als ein häufiges Problem. Aber auch ein zuviel an Sorge um den Partner kann dazu führen, dass das der Partner dies nicht als eine Unterstützung, sonder Einengung erlebt und mit Abwehr und Rückzug reagiert.


 

"Nur du alleine kannst es schaffen, aber alleine schaffst du es nicht!"

Dieser Werbespruch einer Selbsthilfegruppe drückt sehr gut aus, dass natürlich der Umgang mit der Erkrankung Diabetes erst einmal die Sache jedes Einzelnen ist.

 

Aber ohne eine gute Unterstützung durch andere, fällt es sehr schwer, langfristig gut mit dem Diabetes zurecht zu kommen. Diese fällt jedoch nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis der eigenen Bemühungen, Freundschaften zu pflegen, sich um eine gute, lebendige Partnerschaft zu bemühen oder genügend Zeit für die Kinder zu haben. Umsonst gibt es eben (fast) nichts im Leben!


 

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