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Ursachen

Häufigste körperliche Ursache von sexuellen Störungen bei Männern mit Diabetes ist eine sogenannte autonome Neuropathie. In Folge der Diabetes-Erkrankung verlieren die Nerven im Genitalbereich allmählich ihre Funktion, die ausreichend lange und kräftige Versteifung des Penis kommt immer öfter nicht zustande; schließlich ist eine Erektion überhaupt nicht mehr möglich. Typisch ist ein allmählicher, sich über Jahre erstreckender Funktionsverlust des Penis. Gelegentlich sind Durchblutungsstörungen Ursache sexueller Probleme. Nicht selten sind Medikamente Auslöser von Impotenz, z.B. Beta-Blocker zur Bluthochdruck-Behandlung. Auch stark erhöhte Blutzuckerwerte können zu sexuellen Störungen führen. Schließlich können Hormonstörungen, Veränderungen am Penis selbst und Folgen von Operationen im Beckenbereich die sexuellen Fähigkeiten beeinträchtigen.

 

Bei etwa jedem 2. Diabetiker mit Impotenz spielen seelische Probleme eine bedeutsame Rolle. Zahlreiche Belastungen können die Sexualität beeinträchtigen: Sorge um die Gesundheit, Angst um den Arbeitsplatz, beruflicher Stress, familiäre Probleme, Depressionen, Angst vor dem sexuellen Versagen. Die sexuelle Revolution hat zwar dazu geführt, dass wir heute sehr viel offener und freier mit unserer Sexualität umgehen. Sie hat jedoch andererseits sexuellen Leistungsdruck erzeugt, der zu Versagensängsten führen kann. Völlig übertriebene Darstellungen männlicher Sexualität in den Medien lassen viele Männer an sich selbst zweifeln.

 

Haben sich die Erektionsstörungen nicht langsam schleichend, sondern eher plötzlich eingestellt oder treten sie nicht immer, sondern nur unter bestimmten Umständen auf, spricht dies eher für psychische Ursachen als für körperliche. Auch wenn nächtliche oder morgendliche Erektionen vorkommen, muss eher an psychische als an körperliche Ursachen gedacht werden.

 
Sex_schnittmenge

 

 

Erektionsstörungen sind jedoch häufig nicht entweder auf organische oder psychische Ursachen zurück zu führen, sondern sowohl als auch. Beide Ursachenbündel wirken zusammen. Wenn es z.B. durch den Diabetes einmal zu sexuellem Versagen gekommen ist, entwickeln die Betroffenen Angst vor weiteren Blamagen. Die Versagensangst verstärkt das vom Diabetes verursachte Problem massiv. Auch dann, wenn organische Ursachen eindeutig nachgewiesen sind, sollten die psychischen nicht übersehen werden.


 

Checkliste: Ursache von Impotenz bei Männern mit Diabetes

   

  • Neuropathie (Störung der Nervenfunktion)
  • Durchblutungsstörungen
  • Medikamenten-Nebenwirkungen (Beipackzettel!)
  • Erhöhte Blutzuckerwerte
  • Hormonstörungen
  • Veränderungen am Penis
  • Operationsfolgen
  • Andere schwere Erkrankungen
  • Seelische oder soziale Belastungen

 


 

Mögliche Ursachen für Beeinträchtigungen der Sexualität von Frauen mit Diabetes

  • depressive Verstimmungen
  • Hormonschwankungen (z.B. im Zusammenhang mit den Wechseljahren)
  • schmerzhafte Entzündungen im Genitalbereich.

 

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Autor:

Dr. Peter Hübner

Klinik Niederrhein

Postfach 100763

53445 Bad Neuenahr
E-Mail: peter.huebner@klinik-niederrhein.de